Uns hat ein Bericht über die Sorgen einer Förderschule vor Ort erreicht, den wir gerne widergeben.
Brennpunkt I: Mehr denn je wird es schwieriger, Eltern zur Zusammenarbeit mit der Schule zu gewinnen.Diese Zusammenarbeit ist im neuen Schulgesetz besonders gefordert.Immer mehr Eltern überlassen die gesamte Erziehungsarbeit der Schule - und das kann nicht klappen.
Brennpunkt II: Ganz heiß ist das Thema Gemeinschafts-Unterricht (GU), das an immer mehr Schulen zu einem Problem wird. An der Schule der Berichterstatterin sieht das so aus: Von 30 Überprüfungen auf Sonderschulbedürftigkeit kamen letztendlich 8 Schüler zu uns, der Rest ging in den GU, den wir bei weitem nicht in allen Fällen vorgeschlagen hätten; aber die Eltern wehren sich gegen die Förderschule, unsere Schülerzahlen sinken. Die Klassenstärke liegt im Durchschnitt bei 16 SchülerInnen bei einer Lehrkraft. Es kommen überwiegend Schüler/Innen, deren Eltern sich nicht wehren, sich nicht interessieren oder keine Chance haben. Viele engagierte Eltern fordern einen GU, den sie mit einiger Beharrlichkeit auch meistens bekommen, obwohl das Schulgesetz auch hier eindeutig ist. Mit diesen SchülerInnen gehen engagierte Eltern an die GU-Schulen (Regelschulen) und uns verloren. In diesen Regelschulen arbeiten -zumindest stundenweise- zwei Lehrkräfte in relativ kleinen Klassen oder Gruppen.
Manche Lehrkraft wünscht sich inzwischen eher Unterricht an einer Regelschule im GU. Man muss dann nicht mehr so kämpfen und hat kleinere Gruppen. Beispiel: Eine Lehrerin, die bis kürzlich an unserer Schule unterrichtete, arbeitet jetzt im GU an einer Hauptschule. Als sie letztens einmal an unserer Förderschule vorbeischaute, erzählte sie freudestrahlend, wie angenehm jetzt das Unterrichten im GU-Unterricht sei. Kleine Gruppen, weniger Stress. Das wird zu einem generellen Problem, denn im Laufe des Schuljahres melden sich die Regelschulen wieder bei den Förderschulen, um dann die absolut untragbaren Fälle wieder den Förderschulen auf's Auge zu drücken. Die sollen dann in Gruppen von 16 SchülerInnen ''gebändigt'' werden. Man braucht oder missbraucht die Förderschule, Hilfe bleibt aus.An einer Förderschule vor Ort arbeitet jetzt ein Lehrer, der in einer Krankenhausschule therapiebedürftige und in Therapie befindliche Kinder unterrichtet hat. Dieser Lehrer stellt nun fest, dass in seiner Klasse deutlich schwerer gestörte Kinder sitzen, als er sie an der Krankenhausschule erlebt hat.Viele Eltern weigern sich standhaft einzusehen, dass ihre Kinder therapiebedürftig sind. Hier liegt dringender Handlungsbedarf vor. Soweit der Bericht.
LERNEN FÖRDERN NRW wird das Problem mit dem Ministerium und der Politik erörtern!
|