Nach Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen häufen sich Presseberichte, in denen behauptet wird, Menschen mit Behinderungen würden in der deutschen Gesellschaft ''aussortiert''. Der Weg für unsere Kinder und Jugendlichen mit Lernbehinderungen hat mit Aussortierung nichts zu tun.
Fällt ein Kind den Eltern, Erziehern oder Lehrern dadurch auf, dass es anders oder langsamer lernt als die altersgleichen Kinder einer Gruppe, wird ein Gutachten erstellt, um den individuellen Förderbedarf festzustellen. Bei diesem Gutachten arbeiten Eltern, Erzieher oder Lehrer, Mediziner und Sonderpädagogen eng zusammen. Wenn vorhanden, werden Gutachten und Berichte von Kinderärzten und Psychologen einbezogen. Das Verfahren ist damit weit intensiver als die Beratung am Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe. Es ist ausdrücklich vorgeschrieben, nicht Defizite festzustellen, sondern Ausgangslagen, auf denen eine individuelle Förderung aufgebaut werden kann. Die Wahl des Förderortes ist nachrangig und richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes. Häufig können diese z.Zt. noch im Schonraum der Förderschule am besten berücksichtigt werden. Wir wünschen jedoch, dass so viele Kinder wie eben möglich in ihrem Umfeld lernen können. So lange wie jedoch die Bedingungen nicht optimiert sind, müssen wir davor warnen, funktionierende Strukturen aufzugeben. Das würde zu Lasten unserer Kinder und Jugendlichen gehen.
|