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Nachricht No. 180 von Samstag, 21. März 2009:

Instrumentalisierung behinderter Kinder

Pressemitteilung des Realschullehrerverbandes

Zur Pressekonferenz ''Eine Schule für alle in NRW'' am 16. März 2009 gab der Realschullehrerverband eine beachtenswerte Pressemitteilung heraus.
Der Landesverband geht mit dem Inhalt weitgehend konform.
Wir haben die Erlaubnis zur Veröffentlichung mit Datum vom 17.03.2009 erhalten und stellen die Mitteilung im Anhang ein.

Der Realschullehrerverband NRW unterstützt ausdrücklich das Ziel, behinderten Kindern gleiche Bildungschancen einzuräumen wie nicht behinderten Kindern. Nicht nachvollziehbar ist aus Sicht des RLV jedoch, dass dazu das gegliederte Schulsystem zugunsten einer Schule für alle Kinder bis zur 10. Klasse abgeschafft werden muss. ''Wir halten es für sehr bedenklich, wie hier ein im linken Spektrum angesiedeltes Bündnis behinderte Kinder instrumentalisiert, um seine Ideologie einer Einheitsschule zu propagieren'', erklärte RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach. ''Denn Möglichkeiten, behinderte und nicht behinderte Kinder integrativ zu unterrichten, bietet insbesondere das gegliederte Schulsystem.''

Dass lediglich längeres gemeinsames Lernen mehr Chancengleichheit und Bildungsqualität bieten soll, hält der RLV für höchst fragwürdig. Dagegen sprechen schon die bescheidenen Ergebnisse der Gesamtschulen bei den PISA-Studien. Auch Professor Lehmann hat in seiner Berliner ELEMENT-Studie festgestellt, dass bereits Abgänger von sechsjährigen Grundschulen gegenüber Altersgenossen, die nach der vierten Klasse aufs Gymnasium gewechselt sind, einen erheblichen Lernrückstand haben. ''Behinderte Kinder haben in besonderer Weise Anspruch auf eine exzellente individuelle Förderung. Es wird Zeit, dass solche Konzepte ausgebaut und umgesetzt werden. Das ist allerdings keine Frage der Schulstruktur'', betont Balbach.
16.03.2009
Jochen Smets, Pressesprecher


 

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